Trocken durch die Nacht – Hilfe bei Bettnässen

München, 18. Juli 2012 – Für bettnässende Kinder ist es entmutigend und peinlich, morgens im feuchten Schlafanzug aufzuwachen. Wie sie und ihre Eltern mit Geduld, Verständnis und medizinischer Hilfe das Bettnässen dennoch in den Griff bekommen, erklärt Claudia Galler, Gesundheitsredakteurin von Deutschlands größter Arztempfehlung jameda (http://www.jameda.de).

Wenn Kinder mit fünf immer noch ins Bett machen
Bettnässen ist das wiederholte, unwillkürliche Entleeren der Harnblase bei Nacht ab einem Alter von fünf Jahren. Diese „nassen Malheure“ ereignen sich über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten, bei Kindern unter sieben Jahren mindestens zweimal im Monat, bei älteren Kindern einmal im Monat. War das Kind noch nie länger als sechs Wochen trocken, spricht man von einer primären Enuresis, die bei 75-80 % der betroffenen Kinder vorliegt. Bei der sekundären Enuresis nässt das Kind nach sechs Monaten Trockensein plötzlich wieder ein. Dies wird oft durch einschneidende Erlebnisse ausgelöst, wie z. B. die Geburt eines Geschwisterchens, die Einschulung oder der Tod eines geliebten Menschen.

Was sind die Ursachen für Enuresis?
Grund für die primäre Enuresis sind oft unvollständig entwickelte Nervenfasern. Sie können die Reize einer vollen Blase nur mangelhaft an das Gehirn weiterleiten, so dass die Harnblase irgendwann „überläuft“. Auch ein Mangel des antidiuretischen Hormons kann Schuld am Einnässen sein. Das Hormon wird nachts vom Körper ausgeschüttet, um die Harnbildung zu reduzieren. Fehlt es, füllt sich die Blase so sehr, dass der Harn nicht gehalten werden kann. Weitere Gründe für Enuresis können eine genetische Veranlagung, eine zu kleine Blase oder falsches Trinkverhalten sein.

Der richtige Umgang mit „nassen Ereignissen“
Kinder entwickeln im Alter von zwei bis drei Jahren die Fähigkeit, ihre Blase bewusst zu kontrollieren. Bei manchen Kindern kann dies auch etwas länger dauern. Nässen Kinder jedoch mit fünf Jahren noch ein, bedarf dies einer Behandlung. Obwohl Bettnässen für Eltern und Kind sehr belastend sein kann, sollten Vorwürfe und Strafen tabu sein, vielmehr sind Verständnis und Geduld gefragt.

Medizinische Untersuchung und Blasentagebuch
Zur medizinischen Untersuchung gehören die Aufnahme der Krankengeschichte, eine Ultraschalluntersuchung der Blase und eine Harnanalyse. Eltern und Kinder sollten vom Urologen über die medizinischen Hintergründe des Bettnässens aufgeklärt und zur aktiven Mitarbeit ermuntert werden, wie etwa zum Führen eines Blasentagebuchs. Hier notiert das Kind seine Trinkgewohnheiten. Auch die Urinmenge, die Anzahl der Stuhlgänge, das Verspüren von Harndrang und Missgeschicke werden festgehalten.

Hilfe durch Urotherapie, Alarmtherapie und Medikamente
Mit der Urotherapie lernt das Kind, durch geregelte Trinkmengen und festgelegte Stuhlzeiten seine Blase bewusst zu kontrollieren. Die Alarmtherapie sorgt dafür, dass der kleine Patient nachts beim ersten Anzeichen für einen Harnabgang aufwacht. Ein Feuchtigkeitssensor in der Windel, Hose oder auf der Matratze löst einen weckenden Klingelton aus, das Kind kann aufstehen und auf der Toilette seine Blase entleeren. Medikamente werden ebenfalls zur Behandlung der Enuresis eingesetzt. Der Wirkstoff Desmopressin sorgt wie das antidiuretische Hormon für eine geringere nächtliche Harnbildung. Die Arzneistoffe Oxybutynin und Propiverin senken die Anspannung der Blase, so dass sie mehr Harn aufnehmen kann.
Sollte Ihr Kind trotz liebevoller Zuwendung mit fünf Jahren immer noch einnässen, sollten Sie mit einem Kinderarzt darüber sprechen. Gut bewertete Kinderärzte finden Sie z.B. auf jameda (http://www.jameda.de/aerzte/kinderaerzte-und-jugendmediziner/fachgebiet/).

Über die jameda GmbH:
jameda ist Deutschlands größte Arztempfehlung. Mehr als 2 Mio. Patienten monatlich suchen auf jameda nach genau dem richtigen Arzt für sich. Dabei helfen ihnen die Empfehlungen anderer Patienten, die von den Ärzten bereitgestellten Informationen sowie zahlreiche Filtermöglichkeiten. Ärzte haben die Möglichkeit, ihre Praxis auf jameda vorzustellen und umfassend über ihr Leistungsspektrum zu informieren. Datenbasis bilden bundesweit rund 250.000 Ärzte und 230.000 Institute und Heilberufler. jameda ist eine 100-prozentige Tochter der börsennotierten Tomorrow Focus AG mit Hubert Burda Media als Hauptaktionär.

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