Regeneration statt Abholzung

sup.- Die Abholzung von Regenwäldern ist sowohl für Tiere als auch für Menschen eine ernste Bedrohung. Den Tieren in diesen Regionen nimmt sie unmittelbar den Lebensraum. Die Folgen für den Menschen werden mit zeitlicher Verzögerung spürbar. Regenwälder spielen als natürliche Speicher für das Treibhausgas CO2 eine maßgebliche Rolle beim Klimaschutz.

Die Probleme sind erkannt, aber noch längst nicht gelöst. In Brasilien soll die Abholzung des Regenwaldes noch in diesem Jahrzehnt beendet werden. Aktuell ist sie allerdings noch auf einem Rekordhoch. Nach Zahlen des brasilianischen Instituts für Weltraumforschung (INPE) betrug die abgeholzte Fläche zwischen August 2020 und Juli 2021 insgesamt 13.235 Quadratkilometer, eine Steigerung um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum. Der internationale Druck ist notwendig, um die bei der UNO-Klimakonferenz in Glasgow gegebene Zusage der brasilianischen Regierung, die illegale Abholzung bis 2028 zu beenden, Wirklichkeit werden zu lassen.

Ein Ende der Rodungen ist die Voraussetzung für Regeneration. Dabei hat die Natur eine große Fähigkeit, die Schäden auszugleichen, die Menschen in den vergangenen Jahrzehnten in verschiedenen Wäldern und Naturlebensräumen der Welt verursacht haben. Dieser natürliche Prozess wird als sekundäre Sukzession bezeichnet. Für eine Studie unter Leitung von Prof. Lourens Poorter an der Universität Wageningen in den Niederlanden wurden 77 Standorte in Nordamerika, Südamerika und Westafrika untersucht. Waldflächen, die landwirtschaftlich genutzt wurden, erholen sich am besten, wenn man sie nicht aufforstet, sondern in Ruhe lässt. Nach rund 20 Jahren können tropische Wälder fast 80 Prozent ihres ursprünglichen Zustandes auf natürliche Weise wieder herstellen. Diese Perspektiven stimmen optimistisch.

Wegen der bisherigen Rodungen sind vor allem sechs landwirtschaftliche Produkte in der Kritik. Rindfleisch, Soja, Palmöl, Holz, Kaffee und Kakao. Für diese Rohstoffe wurden in der Vergangenheit wertvolle tropische Wälder für Plantagen gerodet. Seit einigen Jahren gibt es verschiedene Multi-Stakeholder-Initiativen, die sich um ökologisch und sozial verträgliche Rohstoffgewinnung einsetzen. Das ist wichtig, denn ein Verzicht auf Palmöl ist z. B. nach Aussage der Umweltschutzorganisation World Wildlife Fund for Nature (WWF) der falsche Weg. Im Vergleich zu Pflanzenöl-Alternativen hat Palmöl einen entscheidenden Vorteil. Der WWF: „Mit Palmöl kann auf vergleichsweise geringer Fläche ein großer Teil des weltweiten Bedarfs an Pflanzenöl gedeckt werden – ein wichtiger Aspekt, bedenkt man das rasante Bevölkerungswachstum.“ Der WWF verweist auf internationale Zertifizierungssysteme, die eine strenge Kontrolle von Anbau und Lieferkette sichern. Der WWF kooperiert dabei mit der Deutschen Initiative Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP). Durch zertifiziertes Palmöl und begleitenden Maßnahmen soll nicht nur der Raubbau an der Natur verhindert werden. Auch die Palmöl-Bauern werden bei nachhaltigen Anbaumethoden unterstützt. Verbraucher können sich auf der Website www.forumpalmoel.org informieren. Eine ähnliche Initiative gibt es für den Rohstoff Kakao. Dazu haben sich zahlreiche Akteure aus Süßwarenindustrie, Handel, Politik und Zivilgesellschaften in dem Forum Nachhaltiger Kakao e. V. zusammengeschlossen. Auch hier gibt es große Anstrengungen und transparente Informationen unter www.kakaoforum.de. Die Möglichkeit auf entsprechende Zertifizierungen zu achten und damit den Stopp der Waldvernichtung zu unterstützen, können Verbraucher durch bewussten Einkauf aktiv mitgestalten.

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